Die Liste sauber halten¶
Eine Abonnentenliste altert. Adressen sterben, Postfächer laufen über, Leute verlieren das Interesse — und jede tote Adresse kostet Zustellbarkeit für alle anderen mit.
Nehmen Sie sich zweimal im Jahr eine halbe Stunde dafür.
Warum das wichtiger ist, als es klingt¶
Die Mailserver der großen Anbieter entscheiden anhand Ihres Verhaltens, ob Ihre Mails ins Postfach oder in den Spam gehen. Was dabei gegen Sie zählt:
| Zustellungen, die scheitern | Wer an tote Adressen sendet, sieht aus wie jemand, der Adressen gekauft hat |
| Mails, die nie geöffnet werden | Ein Anbieter, der sieht, dass seine Nutzer Ihre Mails nie anrühren, sortiert sie irgendwann aus |
| Spam-Meldungen | Das schwerste Gewicht |
Eine kleinere, lebendige Liste stellt besser zu als eine große, tote. Das ist nicht Kosmetik, sondern der Unterschied zwischen Postfach und Spam-Ordner.
1. Die Rückläufer verarbeiten¶
Nur in den Editionen Pro und Enterprise
Newsletter → Konfiguration → Module → Bounce-Verarbeitung einschalten und einrichten — siehe Bounce-Verarbeitung.
Empfohlene Einstellung:
| Aus dem Postfach löschen | Jede Bounce-Mail, die einem Abonnenten zugeordnet wurde |
| Zugeordnete Abonnenten | Auf Inaktiv setzen |
| Täglich verarbeiten | Ein |
Nicht „Direkt löschen“
Ein einzelner Rückläufer heißt nicht, dass die Adresse tot ist — ein volles Postfach ist auch ein Bounce. Inaktiv nimmt die Adresse aus dem Verteiler und behält den Beleg.
Lesen Sie die Texte gelegentlich. In Newsletter → Bounce steht unter Anzeigen der Klartext der Rückmeldung — „Mailbox full", „User unknown", „Message rejected as spam".
Häufen sich Meldungen über Spam-Einstufung, ist das ein Problem Ihrer Absenderdomain und nicht der Adressen. Dann arbeiten Sie Der Newsletter kommt nicht an, Stufe 4 ab.
Ohne das Modul¶
Sehen Sie von Hand in das Postfach, an das die Rückläufer gehen, und setzen Sie die betroffenen Adressen in der Abonnentenliste auf Inaktiv. Bei zweihundert Abonnenten ist das machbar, bei fünftausend nicht.
2. Die Unzugewiesenen einsammeln¶
Newsletter → Abonnenten → Unzugewiesene
Abonnenten, die in keiner Gruppe stehen. Sie haben sich angemeldet und bekommen nie einen Newsletter — und niemand merkt es.
Der Weg zurück:
- Alle auswählen.
- Massenaktion Zu Gruppe hinzufügen.
- Und die Ursache beheben: Unter Formularkonfiguration die Gruppenzuordnung nach Registrierung eintragen. Sonst füllt sich die Liste wieder.
Das ist der Punkt mit dem größten Ertrag
In unserer eigenen Installation waren einmal 38 von 44 Abonnenten davon betroffen. Sehen Sie hier als Erstes nach.
3. Die ewig Wartenden¶
Newsletter → Abonnenten, Statusfilter auf Bestätigung warten, nach Datum sortieren.
| Alter | Was tun |
|---|---|
| Tage bis Wochen | Nichts. Manche klicken spät |
| Monate | Einmal Opt-in-Mail erneut versenden über die Massenaktion |
| Über ein Jahr | Löschen |
Wenn es sehr viele sind, kommt die Bestätigungsmail nicht an
Über die Hälfte auf wartet ist kein Verhalten Ihrer Besucher, sondern ein Zustellproblem. Siehe Mehr Anmeldungen bekommen, Abschnitt 3.
4. Die Karteileichen¶
Nur in den Editionen Pro und Enterprise
Abonnenten, die seit Jahren nichts öffnen. Das Modul Statistik weiß es — aber nur, wenn die Öffnungszählung eingeschaltet ist und lange läuft.
Es gibt dafür keinen Filter in der Abonnentenliste. Was geht:
- Newsletter → Versandlog, einen Empfänger öffnen — dort steht je Newsletter, wann er zuletzt gelesen wurde.
- Oder den CSV-Export der Statistik einer älteren Ausgabe nehmen und mit der aktuellen vergleichen.
Seien Sie vorsichtig mit dem Löschen
Eine nicht gezählte Öffnung heißt nicht, dass niemand gelesen hat — sie heißt, dass das Mailprogramm Bilder blockiert. Und das tun viele.
Bevor Sie jemanden löschen, schicken Sie ihm eine Ausgabe mit der Frage, ob er dabeibleiben will, und einem deutlichen Link. Wer klickt, bleibt.
5. Abgemeldete nicht löschen¶
Ab Werk wird ein Abgemeldeter auf Inaktiv gesetzt, nicht gelöscht (Formularkonfiguration, Nach Abmeldung).
Lassen Sie es so. Ein gelöschter Eintrag kann beim nächsten Import versehentlich wieder in der Liste landen; ein inaktiver ist der Beleg, dass jemand nicht mehr angeschrieben werden will.
Inaktive bekommen keinen Newsletter. Sie kosten nichts ausser einer Zeile in der Datenbank.
6. Eine Adresse auf Wunsch wirklich löschen¶
Wenn jemand die Löschung seiner Daten verlangt, ist Inaktiv nicht genug.
Nehmen Sie Werkzeuge → Daten löschen von WordPress. Beide Wege löschen vollständig, aber dieser dokumentiert den Vorgang mit Bestätigung durch die betroffene Person.
Siehe Datenschutz.
Ein Rhythmus, der funktioniert¶
| Wann | Was |
|---|---|
| Nach jeder Ausgabe | Kurz in die Rückläufer sehen |
| Monatlich | Unzugewiesene prüfen |
| Halbjährlich | Die ewig Wartenden aufräumen, die Öffnungsquote im Verlauf ansehen |
| Vor einer großen Aktion | Alles davon, und zwar vorher |
Was Sie nicht tun sollten¶
| Warum | |
|---|---|
| Alle Inaktiven wieder auf Aktiv setzen | Das sind Leute, die sich abgemeldet haben oder deren Adresse tot ist. Beides wird davon nicht besser |
| Eine alte Liste ohne Vorwarnung wieder anschreiben | Nach zwei Jahren Pause erinnert sich niemand. Das gibt Spam-Meldungen. Siehe Abonnenten übernehmen, Abschnitt „Die erste Ausgabe vorbereiten" |
| Bounces ignorieren, weil die Liste ja wächst | Sie wächst in die Zustellunfähigkeit hinein |